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Savannah 17.02.1977

Damals, als ich noch jünger und auch kleiner war – späte 80er Anfang 90er, hab ich mir Bootlegs meist nur nach dem Cover gekauft. Ich war immer von den Live Fotos total begeistert (siehe z.B. Return To Long Beach, Tiger 5000 etc.).
So auch bei diesem Bootleg, Elvis live am 17.02.1977 in Savannah Georgia, Civic Center (Savannah 1977 001).

Es handelt ich hierbei um ein audience recording und gebe zu, ich bin kein Freund von audience recordings und gebe auch weiter zu, es ist das erste mal, das ich mir diese CD bzw. überhaupt eine audience recording anhöre. Was ist zu hören bzw. ist überhaupt etwas zu hören? Jep, und wie.

Ich bin begeistert. Bei Elvis In Concert (siehe Review) steht man quasi mit Elvis auf der Bühne, doch jetzt, bei dieser Scheibe, befinden wir uns mitten unter den Fans.
Es ist ein atemraubendes Gefühl, wenn Ronnie Tutt bei C.C. Rider oder Amen ins Schlagzeug schlägt und Elvis sich zu den Trommelschlägen bewegt. Hammer, wie die Fans kreischen. Oder Elvis unterhält sich bei diversen Songs mit Fans bzw. erzählt irgendwelche Storys, und auf einmal hört man neben sich, wirklich neben sich, eine Frau kreischen, die seinen Namen mehrfach brüllt. Hammer.
Bei Polk Sald Annie (12) erfolgt der Schnitt, Tape zu ende! Danach geht es mit etwas verminderter Tonqualität weiter jedoch nur wenige Sekunden. Der Sound ist jetzt wieder besser, seine Stimme ist kräftiger im Vordergrund.
Highlight der CD ist für mich Unchained Melody. Erst sind die Fans noch sehr ungeduldig, kreischen und unterhalten sich. Doch nach wenigen Sekunden herrscht wirklich das erste mal Stille während des Konzertes. Wahnsinn, so was muss man mal gehört haben. Die Fans lauschen seiner Stimme, was mit einem tobenden Applaus gehuldigt wird. Fantastisch.
Danach erklingen die Töne von Can’t Help Falling in Love. Herrschte eben noch Totenstille, jetzt flippt die Menge wieder aus. Kurz nach dem Song wird auch schon ausgeblendet.

Kommen wir zur CD-Gestaltung:
Das Coverfoto stammt vom 19.06.1977 und ist zu den Dreharbeiten zu Elvis In Concert entstanden. Auf dem Cover selbst befindet sich nichts, gar nichts. 

Klappt man das Cover auf, gibt es links ein s/w Foto, welches von der Augusta-Show vom 24.05.1977 stammt. Die rechte Seite ist wie ein Geschenkzertifikat aufgemacht und enthält die Nummer der CD, deren Auflage 500 Stück limitiert ist. Auf der Seite 4 des Cover finden wir ein Farbfoto (ebenfalls vom 24.05.1977) welches Len Leech schoss.
Auf der Rückseite finden wir ebenfalls ein Foto von der Augusta-Show und eine Songauflistung.
Die Gestaltung ist einfach, aber strahlt ein Bootlegfeeling pur aus.

Auf der CD befindet sich das Komplette Savannah Konzert vom 17.02.1977

(Daten aus Graceland Nr. 101, Seite 22)

Folgende Musiker Background Gruppen waren anwesend:

Musiker:
Gittare: James Burton
Rhytmus Gittare: John Wilkinson
Akkustische Gittare: Charlie Hodge
Bass: Jerry Scheff

Schlagzeug: Ronnie Tutt
Piano: Tony Brown
Elektrisches Piano: David Briggs
Harmonica: Charlie McCoy
Joe Guercio Orchester

Background Gruppe:
Männliche Vokalgruppe: J.D. Sumner und das Stamps Quartet
Weibliche Vokalgruppe: The Sweet Inspirations
Sherril Nielsen
Kathy Westmoreland

Fazit dieses wahren Prachtbootlegs:

Wer diese CD nicht besitzt, sollte sich die Scheibe käuflich erwerben. Wird mit Sicherheit nicht ganz einfach werden, da sie limitiert war.
Man hört einen gutgelaunten und bestens bei Stimme auftretenden Elvis. Klar, man muss sich erst an die Geräuschkulisse gewöhnen, doch ist das Konzert ein Ohrenschmaus.

Review von Admiral James T. Kirk

dotore

Americas Own

Wir schreiben den 19. Juli 1975 und befinden uns im Nassau Coliseum zu Uniondale, NY.
Ein wirrwarr an Stimmen umhüllt uns, im Hintergrund erklingen die ersten Töne zum 2001 und die Fans werden unruhiger. Mit erklingen von Tutts Trommelschlägen schreit eine Frau, welche neben uns steht, ihr Stimmbänder aus dem Halse. Von weiten hören wir wie die Menge aufschreit. Dieser Aufschrei kommt wie eine Welle auf uns zu und reißt uns mit.
„Oh See…“ erklingt es, ein erneutes aufbranden der Fans. Einige Fans können es wohl noch immer nicht fassen, ja, da steht er, Elvis Presley. Zum Ende des Liedes bewegt sich Elvis zu Tutts Trommelschlägen, die Fans sind aus dem Häuschen. Super Version.
Nun erzählt Elvis etwas, keine Ahnung was, scheint aber interessant gewesen zu sein, denn die Fans flippen aus.
„… well…“ und weiter geht es mit I Got A Woman/Amen. Man ist der Mann gut bei Stimmung, was für ein Vortrag. Bei Ronnies Trommelschlägen bewegt sich Elvis erneut, man versteht kein Wort, so laut sind die Fans. Und dann der Amen-Part, Gospel pur. Er animiert und fordert auf, Hammer. Kann man Gospel besser zelebrieren? Oh ja, wartet ab. Als J.D. mit seinem Flugzeug abstürzt stöhnt eine Frau „Ohhhhh“. Mit viel Applaus wird der Song beendet.
Und nun folgt ein rockiger „Big Boss Man“ Vortrag. Rock pur. Nur weshalb hat er diesen so selten gebracht?
„Welcome to the Show…“, es folgt ein kleiner Smalltalk. Und wie schon gesagt, Elvis ist verdammt gut drauf, denn die Fans sind am kreischen ohne Ende!
Das Publikum ist super nervös, von überall her hört man „Elvis“ rufe. Unglaublich.
„Treat Me…“ und schon flippt das Publikum erneut aus. Solider Vortrag. Und es ist verdammt ruhig im Saal.
Weiter geht es mit „If You Love Me, Let Me Know“, solide.
“My first movie was Love me Tender…” und schon beginnt der Pflichtsong. Aber es ist eine besonders schöne Version, Klasse.
Erneut redet Elvis und erneut schreit das Publikum auf.
„All Shook Up, Teddy Bear und Don’t be Cruel” folgen, solider Vortrag. Beim letzten Titel wird es etwas rockiger, hab ich so noch nie gehört.
„You aiiiiint….“, Aufschrei der Fans, doch leider nur eine Standartversion.
Nun bekommen wir „The Wonder of You“ zu hören. Für 1975 eine super Version.
„Trying to get to you“, solide, klar, fantastisch Vorgetragen.
Auch das folgende “Burning Love” ist geradlinig und rockig! Dafür das Elvis diesen Song nicht mochte ein super Vortrag.
Nun erfolgt die Bandvorstellung, von der man nichts mitbekommt, leider. Wir hören einen Schnitt und befinden uns mitten im Gitarrensolo von James bei „Johnny B. Good“, fantastisch. Die hohen Töne trifft Elvis nicht mehr ganz exakt, aber egal. Auch beim folgenden „School Days“ trifft er die Töne nicht.
Nun überreicht Elvis Jor Guercio ein Geschenk, da der gestern Geburtstag hatte (Denke ich mir, verstanden hab ich leider nicht viel, da die Aufnahme zu schlecht und mein Englisch nur zum shopen reicht!).
Beim nächsten Song, „T-R-O-U-B-L-E“ trifft Elvis erneut die hohen Töne nicht, dennoch ein recht rockiger Vortrag.
„Well since my Baby left me…“ wird einfach nur einfach Vorgetragen. Klasse Darbietung.
Nun wird Sherill Nelson mit „Killing Me Softly“ angekündigt, schön vorgetragen.
Bei „Let me be There“ ist Elvis wieder mit dabei, solide, aber nichts besonderes.
Und jetzt zum Höhepunkt des Konzertes. Ihr alle kennt doch aus „Elvis On Tour“ die Sequenz „Bossom of Abraham/You Beter Run“? Ist schon eine super Version, richtig? Vergesst sie. Was ihr hier zu hören bekommt ist Gospel pur. Ich meine das sie sich ums Klavier herum versammeln, die Fans sind total stumm und lauschen den Herren beim Vortrag von „Bossom of Abraham und You Better Run“. Gänsehautfeeling. Wirklich, vergesst On Tour, diese Version ist der Hammer. Quasi ein Gospel-Jam wärende eines Konzertes. Wahnsinn. Die Herren verstehen es Musik zu zelebrieren. Das ist Elvis, das ist Musik! Deshalb bin ich Elvis-Fan!
Weiter geht es mit „You Gave Me a Mountain“, ein atemraubender Song! Weshalb, weil Elvis in der Mitte des Liedes nicht singt, sondern wenige Wörter spricht! Das verleit dem Song das gewisse etwas. Super!
„Little Darlin“, nun, wird halt vorgetragen.
Nun folgt ein Medley aus „Mystery Train/Tiger Man“. Der Anfang klingt so, als würde eine Zug auf Euch zu kommen. Es kommt einen vor, als würde Elvis kaum singen, sondern die Bandmitglieder rocken einfach los! Und wie! Die Fans schreien zweimal kurz auf, weshalb, keine Ahnung!
Nun lässt Elvis das Licht einschalten und es folgt das übliche „Funny (How time slips away)“. Das Ende des Liedes lässt Elvis wiederholen, da J.D. wohl in seinen Augen die Töne nicht getroffen hat.
„… God bless you…“ und wieder endet ein atemraubendes Konzert des King of Rock’n Roll!

Musiker:

Lead Guitar: James Burton
Rhythm Guitar: John Wilkinson
Fender Bass: Jerry Scheff
Drums: Ron Tutt
Piano: Glen D. Hardin
Vocals, Guitar, Scarves & Water: Charlie F. Hodge
Backing Vocals: J.D. Sumner & The Stamps Quartet
Voice: The Sweet Inspirations, Kathy Westmorland
The Joe Guercio Orchestra

Fazit:

Trotz der audience Aufnahme ist der Sound verdammt gut! Highlight natürlich Bossom of Abraham und You Better Run! 
Wir hören einen Elvis der super gut drauf, seine Stimme ist klar und kräftig. Die Cd geht 69:35 Minuten, und wenn die Bandvorstellung noch drauf wäre, lägen wir bei bestimmt 75 Minuten!
Kaufen? Die Frage sollte sich erübrigt haben!

Review von Admiral James T. Kirk