Archiv für die Kategorie 'Sonstige CD'

Die Sommertour 1973 führte unseren Mann in insgesamt 17 Konzerten durch 8 verschiedene Bundesstaaten ! Alle Konzerte waren auf Wochen zuvor bereits ausverkauft !!! Elvis präsentierte sich in einer Top-Verfassung , gesanglich und körperlich Top-Fit knüpfte er nahtlos an die fantastische Frühlings-Tour an und begeisterte seine Fans immer wieder auf`s neue . Höhepunkt dieser Tournee waren seine 2 Auftritte in Nashville , die ersten die er dort nach 19 Jahren geben sollte ! Die Nachmittagsshow dieses Events soll Gegenstand meiner heutigen Review sein. Viel Spaß beim lesen !!!

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Nashville erwartet den KING !!! Schon seit Tagen berichtet die lokale Presse über dieses Event ! Elvis war bisher schon öfters in Nashville während seiner Karriere, doch immer nur zu Aufnahmeproduktionen HEUTE ROCKT DER KING NASHVILLE PERSÖNLICH !!! 9202 Fans im restlos ausverkauften Municipal Auditorium warten spannungsgeladen auf den größten !!! Endlich wird er Nashville seine Aufwartung machen, wie lange haben sie darauf gewartet, nun ist jede länger verstreichende Zeit eine Qual für Sie !!! Plötzlich, die Lichter werden abgedunkelt, sofort geht ein Aufschrei durch die Menge . Die wohlbekannte Fanfare “ALSO SPRACH ZARATHUSTRA” baut sich auf, jede Sekunde steigert sich das Geschrei der Fans, ungeduldig, es nicht mehr aushalten können warten sie auf den KING !!! Plötzlich übernimmt Elvis Band den Rhytmus, beissender Beat heizt die Leute auf , Schreie lauter als alles was ich kenne und da !!! ELVIS IST IM HAUS , lächelnd, gutaussehend gekleidet in den schönen Blue Rain Suit schreitet er sein begeistertes Publikum ab dreht sich zu Charlie der ihm die 69er Gibson Gitarre umhängt und dreht sich zum Mikro “Oh SEE, SEE SEE RIDER” was für eine Nummer !!! Elvis sehr stark bei Stimme, ständig vom Schreien der Fans begleitet wirft sich hinein in den Rhytmus, er bewegt sich sehr viel und ist guter Stimmung was die Fans sofort spüren ! Szenenapplaus als Elvis in der R-Sequenz die Gitarre spielt . Standing Ovations am Ende des Songs ! “Danke, Danke euch vielmals. Klasse Publikum” und das bekannte Spielchen mit den “WELL`S” beginnt J.D Sumner geht so tief hinunter mit seiner Stimme, einfach nur grandios !! “I GOT A WOMAN” beginnt, gradioses Zusammenspiel aller musikalischen Elemente, ganz an der Spitze der KING, stimmlich bombastisch zelebriert ELVIS diesen 55er R & B Hit , jede Bewegung wird mit gekreische der 9000 kommentiert. Was für eine Nummer , im “AMEN” Part Standing Ovations für J.D. Sumner . Riesenapplaus am Ende des Songs . “Danke, vielen Dank. Ich war noch nie in Nashville. Erste Mal heute, genießt den Nachmittag ” Großer Beifall für seine Begrüßung, ja lange haben sie auf ihn warten müssen. Sie haben ihn vermisst ! Nun folgt “HELP ME MAKE IT THROUGH THE NIGHT” wie wundervoll gesungen von Elvis, Szenenapplaus und Schreie während des gesamten Songs über, als Elvis die Zeile “come and lay down by my side” singt Aufschreie der weiblichen Fans ! Ja sie sind alle gefangen in der ELVIS-WELT !!! Er weiß genau was seine Fans wollen und gibt es Ihnen ! Diese Liebesbeziehung zwischen Elvis und seinen Fans wird nie enden !!! Standing Ovations sind sein Lohn ! afternoonnashville02rc0zy3

“Vielen Dank Ladies and Gentleman” und sofort beginnt sein aktueller Hit “Steamroller Blues” diese Nummer haut sie alle um , stapfend !!! beatig !!! was für ein Song, Elvis perfekt bei Stimme im grandiosen Zwiegesang mit dem Backround-Sängern, totale stimmliche Harmonie, Szenenapplaus im R-Part als Elvis sich zum Blues bewegt . Hysterie macht sich breit, fantastische Stimmung im Auditorium ! “Vielen Dank, danke” und “LORD, YOU GAVE ME A MOUNTAIN” folgt, stimmlich bombastisch, es ist unglaublich wo er diese Power her hat, aber er hat sie, defenitiv !!! Grandioser Gesang von Elvis steigert er sich am Ende in Höhen die einfach nur großartig sind ! Standing Ovations für den KING !!! “danke euch vielmals, jetzt wo ich endlich mal in Nashville bin möchte ich ein paar Songs spielen, wovon ich einige auch hier aufgenommen habe”. Riesenapplaus für diese Ankündigung und “LOVE ME” folgt, küsse für die weiblichen Fans, Schals und Dauergekreische begleiten diesen Song. Es ist wie es immer war und sein wird !!! Begeisterung Pur wenn der King im Saal ist !!! Großer Beifall der Menge und nun beginnt Elvis mit “BLUE SUEDE SHOES” stimmlich vergleichbar mit der ALOHA Show zeigt Elvis viele Moves was sofort gekreische bei den Fans auslöst, klasse Beat und toller Rhytmus . Standing Ovations für Elvis “Danke euch vielmals” und nun beginnt das fantastische Rock-Medley “LONG TALL SALLY / WHOLE LOTTA SHAKIN ´/ MAMA DON´T DANCE / SHAKE RATTLE & ROLL / JAILHOUSE ROCK / WHOLE LOTTA SHAKIN´” es wird HEISS IM SAAL, Elvis verausgabt sich total, was für Bewegungen passend zum Schlagzeugspiel Tutt`s und Burton`s grandiosen Gitarrenspiel , HYSTERIE im weitem Rund, was für eine aufgeheizte Stimmung ! Standing Ovations am Ende des Songs ! Fantastisch !!! “Dankeschön, ich möchte nun einen Song machen den ich hier vor 2 Jahren aufgenommen habe.” und das wundervolle “I´M LEAVIN´” folgt, sofort ändert sich die Stimmung der Fans, ergriffen und gefangen in Elvis Zauber dieses Nachmittags lauschen sich andächtig diese traurig, schöne Ballade ! Wunderschön gesungen von Elvis spendet ihm sein Publikum einen Applaus der die Wände erzittern läßt !!! “Danke euch, ihr seid fantastisch. Ich möchte nun einen Gospelsong mit dem Stamps Quartett zusammen singen” und einer der vielen Höhepunkte dieses Events folgt “HOW GREAT THOU ART” erfüllt die Augen mit Tränen und Elvis bombastische Stimme füllt den ganzen Saal, unglaublich was er aus seinem innersten heraus holt, ELVIS PUR stimmlich in der Nähe eines Tenors anzusiedeln lebt er sich in diesen Song richtig aus !!! Standing Ovations !!! Was für ein Konzert !!!

Danke, vielen Dank” und sofort beginnt der King mit “HOUND DOG” in dieser fantastischen Blues/Rock Version, die 9000 schreien sofort auf als die Band und Elvis ins Up-Tempo wechseln. Viele Moves von Elvis passend zum Rhytmus, was für eine Nummer !!! Riesen Applaus am Ende des Songs ! “FEVER” folgt, die Fans flippen aus, was für sexy Moves von Elvis, scherenartig bewegt er die Beine was mit Dauergeschrei verfolgt wird. Es ist wieder HEISS IM AUDITORIUM, Elvis hat sich völlig im Griff, er ist der Meister !!! Standing Ovations für den KING !! “Danke euch vielmals, SOMETHING” und diese schöne Beatles Nummer folgt, wenn Elvis diesen Song singt macht er ihn zu seinen Ureigenen Song !!! Gesanglich so wundervoll gesungen, zart und doch so stark hält er alle gefangen in diesen schönen Song ! Geschreische in den einzelnen Textzeilen , großer Beifall der 9000 Fans !!! “Danke euch sehr, hier ist ein weiterer Song den ich hier aufgenommen habe” und die absolute Rarität “FADED LOVE” folgt, was für eine tolle Country-Nummer, sofort laute Aufschreie der Fans, damit hatten sie nicht gerechnet, perfekte Synchronität zwischen Backround,Band und Elvis, tolle Version dieses Country-Klassikers !!! Standing Ovations !!! Heute jagt ein Höhepunkt den nächsten “WHAT NOW MY LOVE” folgt, stimmlich was soll man sagen ??? Einmalig, Großartig wenn man sich seine Stimme anhört bei diesem Song fallen einen hunderte von Begriffen dafür ein, er ist so lebendig, er liebt es seine Stimme voll auszuschöpfen, wiederum Standing Ovations seiner Fans sind seine Ernte dafür !!! ZEIT FÜR ROCK !!! und “SUSPICIOUS MINDS” folgt, sofort Aufschreie im Publikum, Elvis bewegt sich vielmehr als bei der Aloha Show im Januar, die Fans flippen förmlich aus, passende Karate-Moves am Ende des Songs ! “Vielen Dank ihr seid großartig” !

nashvnn4ch1Nun folgt die Band-Vorstellung jeder Musiker wird mit großen Beifall des Publikums bedacht sagt Elvis am Ende “Ich möchte nun einen Song machen den ich in der Aloha Show gesungen habe” und “I`LL REMEMBER YOU” folgt, wie wunderschön, seine Stimme erfüllt den Saal, was hat er doch für Energie in den Lungen, bedächtig lauscht das Publikum seiner Stimme, es ist einfach unglaublich wie sehr er seine Fans fesseln kann. Das ist wahre Liebe, Entertainment am obersten Level !!! Viele Fans haben Tränen in den Augen, so sehr sind sie mit ihm durch diesen Song verbunden ! Jede Silbe ist so glaubhaft vorgetragen, man spürt seine Aufrichtigkeit jede Sekunde !!! Standing Ovations am Schluß des Song`s !!! “Woh, Dankeschön Ladies und Gentlemen” und “I CAN´T STOP LOVING YOU” folgt , klasse Version dieses Elvis-Klassikers am Schluß des Songs übertrifft sich der King selbst, er singt den Schlußakkord so hoch das man denkt die Stimme könnte kippen, aber NEIN stimmlich nahe der Perfektion beendet er siegreich diese rassante Nummer ! Nicht enden wollender Applaus für Elvis ! “Danke , vielen Dank, Danke, ihr seid großartig. Danke ” Sofort wirft er sich hinein in den fantastischen Beat von “A BIG HUNK O`LOVE” Szenenapplaus für die Band im R-Part und Elvis, zeigt wiederum viele Moves immer passend zum Rhytmus, was für ein toller Rock`n`Roll !!! Großer Beifall der 9000 !!!

“Danke euch sehr, ich möchte die Hallenlichter einschalten lassen, jetzt wo ihr mich gesehen habt will ich auch Nashville sehen (lach)” sofort Riesenapplaus der Menge “Danke euch, laßt uns LOVE ME TENDER machen”, wie wundervoll gesungen , die Fans sind völlig aus dem Häusschen, Szenenapplaus für Elvis` wunderschönen Gesang ! Standing Ovations am Ende des Songs ! “Danke euch vielmals, der nächste Song ist aus Blue Hawaii und speziell für euch” sofort Aufschreie im Pubklikum “Oh Nein, noch nicht, geh nicht” doch schon beginnt diese wunderbare Melodie von “CAN`T HELP FALLING IN LOVE” schreie während des ganzen Songs. Schlußakkord, bombastisches Finale !!! ES IST VORBEI !!! DER KÖNIG GEHT, Verbeugungen, letzte Küsse läßt Elvis ein völlig begeistertes Publikum zurück was noch mehrere Minuten im Auditirium sitzen bleibt, immer noch gefangen vom ZAUBER ELVIS PRESLEY`S !!! 

Review von Thommy Cashles72 – Bilder von Hunka Hunka 1860 – www.elvisinfo.de

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Dallas Seventyfive Uncensored

Convention Center Memorial Auditorium, Freitag, 6. Juni 1975

Das Dallas Convention Center liegt gut erreichtbar in der Innenstadt von Dallas. Obwohl der Konzertveranstalter “Concert West” nur einmal in zwei Tageszeitungen Elvis’ Auftritt in Dallas beworben hatte, überschwemmten Kartenreservierungen die Vorverkaufsstellen. Concert West blieb aber hart. Es wurden nur 10.128 Karten verkauft, nur so viele, wie das Auditorium Sitzplätze hatte. Der Veranstalter sagte später, dass es ein leichtes gewesen wäre, 30.000 oder mehr Karten zu verkaufen.

Die Einnahmen für den Auftritt betrugen hinterher 95.475 Dollar. Der Preis für die Karten war gestaffelt: 5 Dollar, 7,50 Dollar und 10 Dollar. Concert West hatte für die Show, deren Vorprogramm um 20.30 Uhr starten sollte, ein Wahnsinns-Aufgebot an Sicherheitsbeamten angeheuert. Das “Dallas Convention Center” war eine der Arenen, bei denen die Bühne rundherum von Zuschauern umgeben war. Die Gefahr von auf die Bühne stürmenden Fans war dementsprechend groß und drohte von allen Seiten.

Für uns Fans stand ein wichtiges Konzert bevor. RCA war nämlich an diesem Abend anwesend, um den gesamten Auftritt aufzunehmen. Wie wir wissen, war ein Großteil dieses Konzertes auf der 8-LP-Box und später auf der LP/CD “Live in Dallas” zu finden. Man gab sich für diese Aufnahme keine große Mühe. Ernst Jörgensen rekonstruierte, dass Felton Jarvis damals wohl lediglich einen normalen Kassetten-Recorder an die Aufnahmeeinheit des Mischpultes angeschlossen hatte. So, wie er es wenige Monate später, im Dezember 1975, auch mit der Aufnahme machte, die wir mittlerweile auf der Sammler-CD “Just Pretend” vorliegen haben. Wie viele Shows Felton in dieser Art mitgeschnitten hat, ist nicht bekannt. Ernst Jörgensen deutet in seinem Buch “Recording Sessions” lediglich an, dass wahrscheinlich eine ganze Anzahl von Shows allein während dieser Juni 1975-Tour mitgeschnitten wurde. Und richtig: Insidern ist bekannt, dass Teile des Konzertes, das auf der 8er Box erstmals erhältlich war, gar nicht aus Dallas, sondern vom nächsten Tag aus Shreveport stammen.

Die beiden Bänder aus Dallas und Shreveport wurden später von Joan Deary und Dick Bogert in den A & M-Studios in Hollywood im Klang verbessert und leider auch entsprechend der LP-Veröffentlichung vermischt. Schade, denn Elvis’ Konzerte hatten es eigentlich zu keiner Zeit nötig, zusammengeschnitten zu werden.

Und jetzt zur Show…. Live in Dallas:
Die Lichter im Saal waren erloschen. Jeder wartete, was passieren würde. Gleich würde Elvis, die Legende, vor ihnen stehen. Oder auch nicht? Ein Mann kam aus dem Dunkel einer Bühnenecke auf das Mikro zu und bat unter euphorischen Klängen das Publikum, eine Gruppe namens “Voice” willkommen zu heißen. Ein Trio, bestehend aus Sherill Nielsen, Donnie Sumner (Stiefsohn von J.D. Sumner) und Tim Baty betraten unter mäßigem Applaus die Bühne, um drei Lieder zu singen. Anwesende Fans sagten nachher aus, dass sie den Eindruck hatten, dass Voice eigentlich nur dazu da war, das Soundsystem zum letzten Mal zu checken.

Als Voice die Bühne verließ, wurde die Spannung unerträglich. Gleich würde Elvis da sein. Der Mann aus dem Dunkel kam wieder zum Vorschein. Wollte er Elvis’ Auftritt endlich ansagen? Nein, Komiker Jackie Kahane war erst einmal dran. Das Publikum gröhlte. Aber nicht wegen Jackies Witzen, sondern weil der Kerl endlich von der Bühne verschwinden sollte. Ca. 20 Minuten versuchte der arme Kerl, die Fans in Stimmung zu bringen. Seit dem letzten Sommer hatte er fast nichts an seinem Programm geändert. Noch immer dieselben Gags. Noch immer die angeödeten Gesichter der gespannten Fans. Dann ging Jackie. Endlich würde Elvis kommen! Oder….?

Der Mann aus dem Dunkel kam grinsend zum Mikrofon zurück. Mit Grauen vernahmen die Fans, was er ansagte. “Meine Damen und Herren. Bitte begrüßen Sie die ‘Sweet Inspirations’. Das konnte doch nicht wahr sein. Wann würde Elvis endlich erscheinen? Die Sweet Inspirations waren trotzdem das Higlight des Vorprogramms. Ihre Leistung stimmte das bis zur Explosion gepannte Publikum schon bald recht friedlich, und mit jeder Nummer wuchs der Applaus. Sie brachten ‘Lady Marmalade’, ‘ Philadelphia Freedom’ und ein Medley der Stevie Wonder Hits ‘You Are The Sunshine Of My Life’, For Once In My Life’, ‘Suspicion’ und ‘All Is Fair in Love’. Es kam während der Tour öfter vor, dass die Sweet Inspirations wegen des starken Beifalls nochmal auf die Bühne kommen mussten!

Viele dachten: Jetzt muss Elvis doch kommen. Aber statt dessen gingen die Lichter im Saal wieder an und der anonyme Ansager verkündete strahlend: “It’s intermissin time”. Jetzt waren es nur noch 15 Minuten bis zum Beginn der Show. Wie wild fegten die Jungs des Colonel durch die Gänge, um die Souvenirs an den Fan zu bringen. Der Erlös der Verkäufe wurde übrigens an eine Organisation zur Förderung von Waisenkindern gespendet und betrug fast 15.000 Dollar.

Doch dann war es endlich soweit. Wie heißt es so schön plump in der deutschen Fassung des “In Concert-Specials”: “Hörner erschallen. Der King naht.”

Die Lichter erlöschen. Leise… immer lauter werdend, bilden die Hörner des Joe Guercio-Orchesters das berühmte “Also sprach Zarathustra”, welches am Ende in das “Opening Riff” überging. Aber nichts passierte. Erst als Ronnie Tutt schon einige Trommelwirbel gespielt hatte, kam Elvis von der rechten Seite auf die Bühne. Er sah blendend aus. Er trug den schwarzweißen Phoenix-Suit, den er bereits am Vorabend während der Show in Houston angehabt hatte. Wir alle kennen diesen Anzug aus der “Pittsburgh”-Show. Er zeigt einen schwarzen Adler auf weißem Stoff. Elvis hatte identische Anzüge in seiner Garderobe. Der eine davon hatte einen weißen Adler auf blauem Stoff und der dritte einen roten Adler auf weißem Stoff. Alle Anzüge waren praktisch die Hauptgarderobe, die Elvis während dieser Tour trug. Das Bild auf der Rückseite von Platte 8 auf der 8-LP-Box zeigt Elvis in einem dieser Anzüge. Das Foto kann sogar aus der Juni-Tour stammen.

Elvis ging an den Background-Sängern vorbei und schaute sich auf dem Weg zur Bühnenmitte erst einmal in der Halle um. Ich erinnere mich in diesem Moment an seine Äußerung in “On Tour”: “Es ist ein neues Publikum und eine neue Bühne da daraußen. Es ist also alles so, als wenn wir das zum ersten Mal machen würden.” Man glaubt ihm dieses Statement, wenn man ihn dabei beobachtet, wie unsicher er versucht, die gigantische Fanmenge zu überblicken. Charlie kam ihm auf halben Weg entgegen udn reichte ihm die schwarze Gitarre.

So ausgestattet, legte Elvis dann erst einmal seine rechte Hand auf dem Mikro ab. Dann begann er selbstsicher zu singen: “Oh, C….. C. C. Rider….”. Es ist mir völlig unverständlich, warum Joan Deary schon beim Eröffnungslied an dem Konzert herumgeschnipselte, denn Elvis singt hier eine fantastische Version, die sicher nicht schlechter ist als die Fassung aus Shreveport, die auf der “Live in Dallas”-LP/CD Verwendung fand. Am Ende von C.C. Rider hält er die Gitarre wie eine Maschinenpistolen-Pose im Anschlag. Eine tolle Sache für Fotofreunde. Es folgten die üblichen “Wells”, an deren Ende Elvis wieder irreführend “Danke, meine Damen und Herren. Das war es” gebraucht. Doch das war es noch lange nicht, denn eine rasende Version von “I Got A Woman” folgt. Obwohl RCA in den Sessionsunterlagen behauptet, diese “I Got A Woman”-Fassung stammte aus Dallas, würde ich das bezweifeln. Teilweise hört hört sich die Aufnahme auf dem Audioband dieses Auftrittes absolut identisch an im Vergleich zu der auf der “Live In Dallas”. Aber andererseits gibt es Textzeilen, die sich völlig anders anhören. Eventuell hat man die Aufnahme gesplittet bzw. overdubbed.

Nachdem J.D. Sumner dann mit tiefer Bass-Stimme zum letzten Teil von I Got A Woman übergeleitet hatte, sang Elvis eine letzte Zeile des Liedes, um das Medley zu Ende zu bringen. Während der letzten Töne warf er die Gitarre wie wild in der Luft herum, schlug sie nach vorne und hinten und warf sie dann über seinen Kopf nach hinten, wo Charlie sie sicher auffing. Das war es, was die Fans sehen wollten.

“Vielen Dank. Guten Abend, meine Damen und Herren. Oh, Ihr seid ein gutes Publikum. Wisst Ihr, ich erkenne das schon… ich erkenne schon, wenn ich eine Halle betrete, ob Ihr gut seid oder nicht. Ich meine… das Auto kommt hereingefahren… und ich kann die Menschen schon atmen hören (hierbei versucht er mit einigen Hechel-Lauten das Atmen der Menge zu imitieren) huhhhh, huhhh, huhh. Und daran kann ich das schon erkennen, wisst Ihr? Ich hoffe, Sie haben heue abend eine schöne Zeit hier. Wir werden… wir werde eine Menge Lieder bringen… ale, neue… und dazwischen. Wisst Ihr, was ich immer komisch finde? Es sind diese Leute mit den Ferngläsern. Für mich sehen die immer wie eine Menge Froschaugen aus (Elvis hat Recht. Auf vielen Live-Fotos sieht man im Hintergrund die Fernglas-Fans. Die dicken Gläser der Fernrohre sehen wirklich wie Froschaugen aus). Und dann fragen mich die Leute immer über die Blitzlichter und Scheinwerfer. Und ich sage: ‘ich kann überhaupt nichts mehr sehen, Mann, das kann ich dir sagen’.”

In diesem Augenblick schreit ein Fan von der Rückseite der Bühne: “Ich kann auch überhaupt nichts sehen. Schau bitte einmal in meine Richtung!” (Ich habe diesen Zuruf des Fans auf der “Live In Dallas” nie gehört. Aber er ist, bei entsprechender Lautstärke, deutlich zu hören.) Elvis hörte die Frau und rief: “O.K…. was ist?!

Und mit einem ruckartigen Dreh schaut er genau in die Richtung, aus der der Schrei kam. In diesem Augenblick drückten alle Fans auf der Rückseite der Bühne auf die Auslöser. Diese Gelegenheit musste ausgenutzt werden! Hunderte von Blitzlichtern gingen los und verursachten ein zischendes Geräusch, was Elvis mit einem “Tsch, tzsch, tzsch, tzsch” kommentierte. Und schon war ermitten in “Love Me”. Das war wieder was für die Fans. Elvis schüttelte Hände, verteilte Küsse. Ein Mädchen war so klein, dass Elvis sie nicht erreichen konnte. Also legte er sich auf die Bühne. Da klappte es dann. Mit einem “Das ist eine hohe Bühne hier”, kommentierte er den Vorfall. So lief er während dem Lied mehrmals die Bühne auf und ab und letztendlich bekam fast jede ihren Kuss. Einziger Nachteil der Lauferei war, dass Elvis sich gegen Ende des Liedes hoffnungslos im Mikrofonkabel verfangen hatte. Er fügte ein “…oh so, oh so damned wrapped up in this cord” (“Ich bin so verdammt in dieses Kabel eingewickelt”) in den Text von “Love Me” ein. Nach Love Me schlenderte Elvis langsam rüber zu den Stamps und währenddessen begann die Band mit “If You Love Me Let Me Know”. Eine recht normale Version. Er hatte während dieser Tour die Gewohnheit, die Textzeile….”….and I prayed you love enough of me to stay” relativ euphorisch zu betonen.

Es war Oldie-Time. Und Love Me Tender sollte den Anfang machen. “Vielen Dank, danke… oh, entschuldige. Jetzt wäre ich fast auf Dich getreten. Ah, mein erster Film hieß “Love Me Tender”, daher möchte ich Ihnen etwas daraus vorsingen.” Die Gitarre spielte die ersten Takte des Liedes an. Aber Elvis unterbrach: “Ich sagte nur ‘ich möchte gerne’, aber eigentlich ist mir gar nicht danach, das zu singen, weil, ich habe das jetzt schon so oft gebracht, und ich bin dieses Lied eigentlich müde. Nein, ich werde es singen.”

Beim nachfolgenden Vortrag wurde klar, dass Elvis dieses Lied wirklich leid war: “Love me tender, love me true…never let me go. Wie alt bist Du, Kind? You have made… wie alt? Drei?… Dreizehn! and I love you so… all my dreams fullfill….. nein, ich mach’ nur Spaß, komm her…. for my darling (Elvis küsst ein sehr junges Mädchen)…. Sie muss ja irgendwo mal damit anfangen. And I always will…. tell me you are mine… ah, spring nicht…. for my darling, ha, warte eine Minute Honey… nur einen immer (ein Fan wollte wohl gleich mehrere Tücher hamstern)…. ich könnte auch hier stehen bleiben… tell me you are mine….”. So und so ähnlich liefen Elvis’ Golden Oldies in den späteren Shows ab. Es wurde mit jeder Show klarer, dass Elvis diese Lieder hasste. Mit einem kurzen “Thank you” ging’s weiter mit “All Shook Up”. Und mit “Thank you. Take it on” gab er Glen Hardin am Piano das Kommando, mit dem Intro zu “Teddy Bear – Don’t Be Cruel” zu beginnen. Auch hier herrschte wieder das selbe Chaos wie vorher schon bei “Love Me Tender” und “All Shook Up”. Elvis unterhielt sich, frage Fans nach ihrem Alter und so langsam vergaß er darüber, welches Lied er überhaupt sang. Erst als Charlie Hodge ihm mit der Textzeile… pull a chain around my neck” wieder auf die Sprünge half, war er wieder im Bilde.

Auch das nächste Lied gehörte noch in die Rubrik 50er Jahre. Mit einem schallenden “You aaaaaaaaain’t” wollte er mit “Hound Dog” die Halle zum Toben bringen. Es gelang ihm auch, denn allein schon nach diesen beiden Worten schrie das Publikum auf. “….ich habe doch noch gar nichts gemacht”, unterbrach er das Geschrei. Wieder folgte eine kurze Pause. Er reizte die Stimmung bis zum Höhepunkt aus und erst dann setzte er den begonnenen Vortrag fort “…. nothing but a Hound Dog….”

Die Menge tobte. Elvis rockte sich im künsterlisch untersten Level durch das Lied. Und trotzdem blieb ihm die Puste für ein paar kurze Unterhaltungen mit den Fans. “Danke. ich möchte fragen… Ich möchte Euch eine Frage stellen, meine Damen und Herren. Wie viele von Euch haben gestern abend diesen Film im Fernsehen gesehen?” (Elvis spielt auf die eingangs erwähnte TTWII Ausstrahlung von NBC an). Die Reaktion war klar. Wer heute hier in der Halle saß, der hatte auch den Film am Abend zuvor gesehen. “Warum habt Ihr dann auch noch Geld dafür ausgegeben, um heute abend hierher zu kommen? Das ist doch irgendwie dieselbe Sache, wisst Ihr? Nur, … mit einer Ausnahme natürlich. Die Leute hier auf der Bühne sind inzwischen etwas älter geworden… außer mir natürlich, wisst Ihr? Ah, das ist ein Lied, das wir vor… warte eine Minute.”

Elvis schaute hoch in die Balkon-Reihe, da dort ein Mädchen kurz vor dem Ausflippen war. “Jetzt warte mal eine Minute, Honey, spring bitte nicht vom Balkon herunter und pass auch auf, dass Du nichts verlierst, weißt Du? Ah, hier ist ein Song, den wir vor zwei oder drei Jahren gebracht haben. Er heißt ‘The Wonder Of You’.” Eigentlich hätte jetzt die Band einsetzen müssen. Aber das passierte nicht. Elis wiederholte daher nochmals: “The Wonder Of You”. Erst jetzt erfolgte der Einsatz der Band. Eigentlich komisch, denn an dieser STelle hatte man in dieser Tour bis jetzt immer dieses Lied gebracht. Kaum war The Wonder Of You dann zu Ende, da ging es erst richtig los. Mit einem kurzen “Thank you very much, thank you. Take it on” leitete Elvis dann meine ganz spezielle Lieblingsversion von “Burning Love” ein. Was für ein Vortrag! In meinen Augen schlägt diese Version die Studiofassung um LÄngen! Gekrönt wird das Ganze zum Abschluss mit einem hervorragenden Schlagzeugeinsatz von Ronnie Tutt.

25 Minuten nach Beginn der Show kam dann die Bandvorstellung. Hier setzte Elvis das fort, was er in der ersten Hälfte der Show bereits ausgiebig begonnen hat: Gespräche mit den Fans!

“Vielen Dank. Ich möchte gerne, ah…. hallo Sweetheart. Ich sehe Dich. Was möchtest Du? Was möchtest Du? Komm her.” In diesem Augenblick setzte die Band mit einem Instrumental ein, das eigentlich die Untermalung zur Bandvorstellung bilden sollte. Aber so weit war Elvis noch lange nicht: “O.k., zu Dir komme ich als nächstes, o.k.? Was möchtest Du denn, Honey? Du willst einen Schal? Du hast 20 Jahre lang auf einen Schal gewartet? Auf mich? Oh, Du warst damals doch erst 14. Versuch nicht, mir einen Bären aufzubinden, Honey, Du wirst die 35 nie mehr wiedersehen.”

In diesem Augenblick legte sich Elvis auf den Bühnenboden und gab der Frau den ersehnten Kuss. “Der nächste bitte”, kommentierte er dann die Massenküsserei. “Ah, ich meine… das habe ich nicht so gemeint. Year Du… komm her zu mir”, fuhr er fort und deutete mit dem Finger auf die betroffene Person.

Während Elvis sich angeregt mit den Fans unterhielt, tauchte Charlie mit neuen Tüchern hinter ihm auf. Und als Charlie ihm von hinten einen Schal um den Hals hängen wollte, erschrak er sichtlich. “Charlie, warne mich zukünftig, wenn Du so etwas vor hast, mein Sohn. Ich kann das doch nicht wissen.” Aber schon war er wieder den Fans zugewandt: “Was möchtest Du denn, Honey? Oh, Du möchtest gar nichts! Was machst Du denn dann da unten? Oh, Du möchtest also nichts, o.k….” In diesem Augenblick erkannte das Mädchen, wie absurd die Antwort war, und schnell ergänzte sie: “Ich möchte etwas von Dir haben.” Und lautstark erwiderte Elvis: “Wuhuuuu, Du möchtest etwas von mir haben! O.k. ich gebe Dir einfach dies hier. Hast Du es?. O.k.”

Während Elvis am Bühnenrand so verhandelte, wurden die Schreie der Leute im oberen Rang immer lauter. Lautstark forderten sie, dass Elvis auch mal zu ihnen kommen sollte. “Wie soll ich denn da hoch kommen? Es geht kein Weg da hoch”, kommentierte er und begann dann endlich mit der Bandvorstellung. “Ich möchte Ihnen die Mitglieder meiner Band vorstellen… ah, Ihr braucht nicht so laut zu spielen, Jungs… ich muss sonst hier vorne so laut schreien… Ich möchte Ihnen jetzt die Mitglieder meiner Band vorstellen, bevor ich jetzt weitermache. Zuerst die jungen Damen… ah, das waren sie mal… sie sind jetzt seit 5 Jahren bei mir und ich denke, sie sind fantastisch… die Sweet Inspirations … und die Sweet Ol’ Inspirations. Die Gentleman hier hinten… sie haben …. nun J.D., nein warte mal eine Minute … eines der besten Gospel-Quartes in unserem Land… und in einigen Häfen in Süd-Afrika… J.D. Sumner und das Stamps Quartet. Zeig mir doch mal Deine Hand, J.D. seht Euch das mal an”, meinte Elvis, während er J.D.’s Hand, die mit teuren Ringen übersät war, in die Höhe hielt. “Er hat mehr als ich, Mann, weißt Du. Ich habe nur einen. Du warst zu lange in Texas, das ist es…”

So stellte Elvis mit ein paar weiteren lockeren Sprüchen die ganze Band und alle Hintergrund-Chöre vor. Manchmal fragte man sich warum er die eine oder andere Story überhaupt erzählte. Bei Jerry Scheff’s Vorstellung z.B. erzählt er dem gazen Publikum: “Er konnte letzte Nacht nicht einschlafen und lief daher die ganze Nacht hindurch über den Korridor…”

Ein besonderes Erlebnis war heute Ronnie Tutts Schlagzeugsolo. Ronnie kam ja aus Dallas und er hatte sich vorgenommen, es einem Heimatpublikum heute mal ordentlich zu zeigen. Er trommelte wie ein Tier auf den Instrumenten herum, was Elvis am Ende des Solos zu dem Kommentar: “Los Jungs, bringt ihm wieder zurück in seinen Käfig”, hinriss. Die Soli von James Burton (Johnny B. Goode) und dem Joe Guercio Orchester (School Days) begleitete Elvis stimmlich, ohne sich dabei aber Mühe zu machen.

Nach der Bandvorstellung ging es dann im Programm weiter: “Wir haben eine neue Platte draußen, Ladies & Gentleman. Sie kam vor ca. 10 Tagen heraus. Sie heißt T-R-O-U-B-L-E und hat einen schrecklichen… es hat schrecklich viele Worte im Text und die kenne ich nicht alle. Wenn ich es also verpatze… weil ich kann dann nicht zurückgehen, um den Anschluss wiederzufinden. Aber wir werden es versuchen. Take it on!”

Laut dem Buch “Recording Sessions” müsste dieses T-R-O-U-B-L-E auch aus der Dallas-Show stammen. Das stimmt aber nicht! Elvis vertut sich während der Dallas-Show nämlich öftermit dem Text. Er singt zum Beispiel “what in the world you’re doin “a-l-o-n-e”?… well hello a-l….b-l-e…”. Auf der 8er-Box war dieser Versprecher nicht zu hören. Auch die STelle, an der Evlis den Text erneut vergisst und eine Zeitlang nur noch die Hintergrund-Chöre zu hören sind, war nicht auf der Platte. Ich gehe also davon aus, dass hier wieder auf eine Aufnahme aus der Shreveport-Show des nächsten Tages zurückgeriffen wurde und RCA’s Unterlagen nicht stimmen!

Auch das nachfolgende “Why Me Lord?” stammt aus einem der beiden Shreveport-Konzerte des nächsten Tages und nicht aus Dallas. Zwar hören wir auf der “Live in Dallas” die Orginalansage aus dem Dallas-Konzert, das Lied selst wurde dann aber hereingeschnitten. Die Dallas.Version war wahrscheinlich für RCA nicht zu gebrauchen, weil Elvis J.D. bei seinem Gesamgs-Part so mit lustigen Sprüchen bombardierte, dass dieser fast keine anständige Textzeile herausbrachte. Und als Elvis dann am Ende des Songs noch mit verstellter Micky-Maus-Stimme mitsang, war alles zu spät. Für RCA war das wohl eine Spur zu lustig. Sofort nach Why Me Lord geht es auf der LP/CD mit der Original Dallas-Aufnahme weiter: “Ich denke, Du hast bei dieser Sache ganz gut gelacht”, kommentiert Elvis die lustige Fassung des Gospels.

“Ich möchte gerne ah… einen ernsten Gospel singen. Unter Mitwirkung der Stamps… er heißt How Great Thou Art”. Fantastisch, was Elvis hier wieder einmal bot. Nach jeder dramatischen Zeile erhoben sich Hunderte von Zuschauern aus ihren Stühlen, um diesen hervorragenden Vortrag mit “standing ovations” zu honorieren. Leider hört man diese spontanen Beifallsbekundungen auf der “Live In Dallas”-LP/CD nicht im geringsten. Lediglich am Ende des Songs hat man etwas vom euphorischen Applaus eingeblendet, damit dem Hörer überhaupt klar wird, warum Elvis ein zweites Mal mit diesem Lied beginnt. So kann man mit dem Mischpult ganz einfach eine Live-Atmosphäre vernichten. Bravo Joan Deary!

Die Show und die gute Stimmung des Publikums treiben ihrem Höhepunkt entgegen. Mit “Let Me Be There” preschte Elvis weiter durch das Programm. Auch hier ist die Resonanz der Zuschauer so groß, dass Elvis ohne Zugabe nicht davon kommt. Das Temperament des Publikuns schien jetzt langsam außer Kontrolle zu geraten. Elvis stand wie ein Schullehrer vor der lauten Klasse und versuchte mit Sätzen wie: “Hier geht’s lang” oder “Nur mal eine Sekunde bitte” Ruhe in den Saal zu bekommen. Es half alles nichts. Und als das Orchester dann auch noch das Intro zu “American Trilogy” spielte, war alles aus! Elvis ließ erst das Gitarrenintro verklingen, dann machte er eine lange Pause. Und dann, nach ein paar Sekunden, begann er: “Oh how I wish I was in the land of cotton…”. Das Volk jubelte. Das war es, was der Stimmung im Saal die Krone aufsetzte. Auch hier kommt auf der RCA-Abmischung fast nichts von den tollen Publikumsreaktionen herüber. Vor der Bühne schien die Hölle los zu sein. Elvis beobachtete die Vorgänge dort so intensiv, dass er mit dem Text durcheinander kam. Aus Versehen sang er: “…look away, look away, look away, look away”.

In diesem Augenblick merkte er, dass er ein “look away” zuviel im Lied hatte. Rasch zwängte er das fehlende “Dixie Land” ein. Und mit einem Grinsen im Gesicht forderte er die Stamps mit einem “sing it” zu ihrem Part auf. Aber dann wurde er ernst. E wollte das Lied so richtig mit patriotischer Hingabe singen. Doch das war gar nicht einfach, da das Publikum nach wie vor riesigen Krach machte. Als Elvis dann bei “All My Trials” ankam, merkte man schnell, dass er den Krach der Fans schon als sehr störend empfand. Durch laute “scht”-Laute versuchte er, Ruhe in die Menge zu bringen. Vergebens!

O.K. wenn die Fans Stimmung haben wollten, sollen sie sie bekommen, dachte er am Ende von American Trilogy und mit einem kurzen “Ah, lasst uns Little Darlin bringen” brachte er die Leute erneut auf 180! Eine herrliche Version, während der Elvis einige Male nur noch am lachen ist, folgt. Aber auch heute in Dallas konnte sich Elvis einen Kommentar nicht verkneifen: “Habt Ihr mitbekommen, was dieser Song sagen will? Ich meine, diesen Song gibt es schon recht lange…. warte doch mal eine Minute… lasst mich doch auch mal eine Minute lang zu Wort kommen…Der Song sagt la, la, la, la hoopa hoopa hoopa, noawella, that’s my lova… aber jetzt möchte ich einen wirklich ernsten Song singen.”

In der Sommer Tour des Jahres 1975 konnte diese Ansage, an dieser Stelle der Show nur eins bedeuten: “Mystery Train”/”Tiger Man”. Die Menge tobte, als Elvis zum Blitzen des “Strobe”-Lichtes seinen Kopf hin un dher warf. Wilde Zurufe zu einem furios spielenden James Burton zeigten, wie sehr sich Elvis in das Lied hineinsteigerte. Und mittendrin, man sollte es nicht glauben, hatte er sogar noch die Zeit, drei la, la, las mit hoher Stimme in das Medley einzufädeln. Die hatte er wohl noch von Little Darlin im Hals stecken gehabt.

“Meine Damen und Herren, nun da Sie die Chance hatten, uns zu sehen, möchte ich, dass die Saallichter angemacht werden, damit ich auch mal einen Blick auf Sie werfen kann.” Als das Licht anging, wrude der Lärm in der Halle unerträglich. Jeder versuchte, die Aufmerksamkeit von Elvis zu erlangen. Einem Mädchen gelang es, indem sie sich zur Bühne vordrängte, um ein Geschenk für Elivs hochzuwerfen: “Danke, Darling. Ich habe Dich schon gesehen dahinten. Ich hatte versucht, dass die Jungs dort unten (Sicherheitskräfte) den Weg freimachen. Aber sie wollten es nicht tun.

dallas

In diesem Augenblick begann er mit “Funny, How Time Slips Away”. Auch diese Fassung wird uns auf der Live In Dallas vorenthalten. Auch hier versucht J.D. Sumner, das Lied mit einem “low flat” zu beenden. Elvis hatte dabei eine Menge Spaß und hänselte J.D. damit, dass er es heute ohnehin nicht schaffen wird: “Ain’t it funny, ha ha, seht Ihr, wie lustig das ist… how time… wirklich, ich veralbere euch nicht… er wird so tief gehen (J.D.) dass er verschwinden wird… werde jetzt nicht nervös J.D…. Du schaffst es heute ohnehin nicht… right on a-a-a-a-a wayyyy.” In diesem Moment übernimmt J.D. mit tiefer röhrender Bass-Stimme das Ende des Liedes. Elvis schien zufrieden zu sein. “Ihr seid fantastisch, meine Damen und Herren, und ich möchte mich sehr bei Ihnen bedanken”, sagte Elvis nach Funny, How Time Slips Away und schon war das “Can’t Help Falling In Love” angesagt.

Review von www.elvisonline.de

Hunka Hunka 1860

Raised On Vegas

06.August 1973….Für Elvis Presley beginnt heute eine neue Las Vegas-Tour, die zweite diesen Jahres. Man kann schonmal vorab sagen, man hat sich einiges einfallen lassen um schon den Auftakt dieser Tournee einmalig zu gestalten.
Es ist die Opening Show im “Hilton Hotel” und die 2200 Gäste bekommen eine kommplett andere Version von “Also sprach Zarathustra” zu hören, … genial !
Jetzt kommt der Star des Abends auf die Bühne und er beginnt wie dessöfteren mit “C.C.Rider”… eine starke Darbietung des “Openers”

Die Zuschauer applaudieren, Elvis reagiert aber nicht wirklich darauf und konzentriert sich lieber auf den nächsten Song, der da wäre “Trouble”, nach der neuen “Zarathustra-Variante”, die nächste Überraschung, klasse gesungen und der direkte Übergang zu der einzigsten Live-Aufnahme von “Raised on rock”, erneut super, es gibt nichts zu mäkeln. (Auser vielleicht ein paar kleinere Textschwierigkeiten)
Das denken sich auch die Zuschauer und es gibt wieder einen riesen Applaus und auf den erfolgt auch eine Reaktion des Kings: “Thank you, good evening”
Nochmal eine Ankündigung: “ähm Love me”, die Frauen kreischen zwar unüberhörbar, aber ich finde, genauso wie sich die Ankündigung anhörte, hörte sich auch der Song an, etwas lustlos. 
Ein kurzes “thank you” und weiter geht es…und jetzt auch wieder richtig stark, nämlich mit dem “Steamroller blues”, das bekommt man gar nicht mehr aus dem Kopf 

I’m a steamroller baby
I’m gonna roll all over you
I’m gonna inject your soul
With sweet rock and roll
And shoot you full of rhythm and blues”

Jetzt kommt “What now my love” und hier kann man sich dann einfach zurücklehnen und geniessen, ein wunderschöner Song, den man warscheinlich nicht besser hätte singen könen.

raised

Nun auch mal wieder ein “Oldie” “Blue suede shoes”, ich würde sagen Standartvortrag, nicht schlecht aber auch nichts herausragendes.

Doch jetzt der nächste Knaller, eine weitere Überraschung….”Long distance information give me Memphis, Tennessee
Help me find the party trying to get in touch with me
She could not leave her number but I know who placed the call
My uncle took the message and he wrote it on the wall”
Elvis singt “Memphis Tennessee”, ich würde mal sagen bestimmt nichts “alltägliches”.

Jetzt folgt das sogenannte “Rock and roll-medley” und es macht dem Namen alle Ehre…Bei “Long tall Sally” baut er einen kleinen Witz mit ein “statt Uncle John sah er nämlich Charly Hodge”, “Whole lotta shakin` goin` on” bringt er sogar gleich zwei mal, wirklich super !

Zum “abkühlen” ertöhnt jetzt ersteinmal “Love me tender”, zwar super gesungen, aber im grunde viel zu schnell und Elvis witzelt zu viel in dem er immer wieder rein redet.

Danach folgt eine sehr schöne Blues-Version von “Hound dog” mit dem bekannten rockigen Ende. “Thank you” Das Intro von “Fever” erklingt schon kaum hat der King diese Worte ausgesprochen, auch hier änlich wie bei “Love me tender”, ein Joke nach dem anderen z.B. “When you call my name….ELVIIIIIIS” oder “What`s the name ?…Pocahontas, oh yes, thank you” Im gegensatz zu dem anderen Song passen die Witze hier einfach super rein und bringen einen lacher nach dem anderen.

raised2

Jetzt ist es soweit, die allererste “Live-Darbietung von “My boy” und was für eine, Elvis hängt sich voll rein und begeister das Publikum. (Obwohl es an manchen Stellen auch hier mit dem Text etwas haperte)

“We’re caught in a trap, I can’t walk out
Because I love you too much, baby.
Why can’t you see, what you’re doing to me,
When you don’t believe a word I say?
We can’t go on together, with suspicious minds
And we can’t build our dreams, on suspicious minds”

Traumhaft, dieser “Vortrag” von einem seiner vielen Welthits “Suspicious minds”

Nach der “Band introduction” und der “Celebrity introduction”
folgt ein kracher nach dem anderen zuerst “I can`t stop loving you”, auch hier kniet er sich voll rein in den Song und der Zuschauer besser gesagt der Zuhörer kann es in vollen zügen geniessen.
Auch so bei “An American trilogy”, nur das es hier zu beginn auch wieder ein paar Späßchen gibt, so z.B. ” Band: I wish I was in Dixieland…Elvis: I wish you where too”

Vor “Bridge over troubled water”, ein tosender Applauss und ein kurzes Gespräch mit dem Publikum. Auch dieser Song fehlerfrei und wunderschön gesungen.
Ohne lange umschweife auch schon der nächste Hammer, bei “How great thou art” holt er wirklich alles raus, traumhaft ! Diese kraftvolle Stimme und dieser sehr schöne Gospelsong harmonieren einmal mehr hervorragend zusammen.

Doch jetzt muss auch mal wieder etwas schnelleres her Elvis dreht sich zu der Band um und ruft “Big hunk o`love”
Jetzt kurz vor Ende dieses herausragenden Konzerts “rockt” Elvis den Saal noch einmal richtig.

Vor “Can`t help falling in love” und dem damit verbundenen “Closing vamp” singt der King noch den wunderschönen Titel “Help me make it trough the night” Ich muss mich einfach wiederholen…Traumhaft gesungen !

Das eben angesprochene Ende folgt nun…leider…
Wise men say only fools rush in
But I can’t help falling in love with you
Shall I stay would it be a sin
If I can’t help falling in love with you”

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Der Weltstar verlässt die Bühne und kann mit dem heutigen Tag sehr zufrieden sein. Eine super Leistung von Elvis.

Fazit: Es ist zwar eine AR aber der Sound ist trotzdem sehr, sehr gut bei dieser CD “Raised On Vegas” und durch einige seltene Darbietungen z.B. der einzigsten Live-Aufnahme von “Raised on rock” gehört sie auch in jede gut sortierte Elvis-Sammlung. Nur das Booklet kommt etwas mager daher, was aber wie ich finde mit dem klang und auch der ansonsten schönen Aufmachung wieder wet gemacht wird.

Meine Meinung: Ein super Konzert, eine super leistung von Elvis, auch dieses Konzert kann ich jedem nur empfehlen. (Auch denen die sich sonst keine AR`s anhören)

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